Wilkommen beim LandFrauenVerband Mannheim

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„Die Zehn Gebote sind der Wanderplan“ Jürgen Fliege bei den Mannheimer Landfrauen

Die Zehn Gebote erfuhren wohl selten in einem Festzelt anderthalb Stunden lang ungeteilte Aufmerksamkeit. Der bekannte Pfarrer und Fernsehmoderator Jürgen Fliege legte die Gebote lebensnah aus und regte die über 1000 Landfrauen und Gäste im Festzelt auf dem Mannheimer Maimarkt zum Nachdenken an.

Die Zehn Gebote sind nichts für den erhobenen Zeigefinger einer Kanzlerin, von Politikern, Richtern, von Vater und Mutter. Vielmehr sind in sie die wichtigsten Entscheidungen eines Menschenlebens hineingewoben. Je älter wir werden, umso größer sind die Herausforderungen vor die wir gestellt werden, so Jürgen Fliege. Ein alter Mensch hat einen anderen Blick auf das Leben als ein junger und deshalb stehen für ihn andere Themen an erster Stelle. Der Pfarrer sieht die Zehn Gebote in umgekehrter Reihenfolge auf die menschlichen Lebensstufen zugeschnitten.

Die erste Lektion, die ein Mensch lernt, und mit der er bis an sein Lebensende umgehen muss, ist: Wie wirst du fertig mit der „Gier“? Darauf beziehen sich das zehnte und neunte Gebot.

Im Kindergarten, in der Schule, unter Geschwistern müssen die Kinder lernen, dass sich nicht immer alles um sie allein drehen kann. Das achte Gebot gibt hier die Anweisung, nicht schlecht über andere zu reden („falsches Zeugnis“) und sie mit Worten „klein zu machen“, nur um dadurch besser dazustehen.

Früher gingen die Jugendlichen mit 14 Jahren schon aus dem Elternhaus weg, in eine Lehre. In diesem Alter wird es wichtig unterscheiden zu können zwischen „mein“ und „dein“. Nicht alles gehört „uns“, wir müssen auch das Fremde respektieren. Dafür steht das siebte Gebot.

Für Jugendliche kommt die Sexualität als starke Kraft ins Spiel. „Du sollst nicht ehebrechen“ (sechstes Gebot) bekommt nun seine Bedeutung. Es gilt zu lernen, bestehende Beziehungen zu akzeptieren.

Das fünfte Gebot sei im Blick auf die Männer ausgesprochen, so Fliege. Deren Handwerk sei schon immer das Töten gewesen z.B. im Krieg. Männer hätten nicht die verschiedenen Möglichkeiten zur Konfliktlösung wie Frauen. In einer Krise heiße es: “Kämpfen und siegen“. Für heranwachsende Männer gelte es zu lernen: Du musst ohne Töten durchs Leben kommen. Sonst zahlst du einen hohen Preis.

Vater und Mutter zu ehren (viertes Gebot), das wird für Töchter und Söhne jenseits der vierzig zur Aufgabe. Plötzlich kommen die Eltern wieder ins Blickfeld, weil sie auf Hilfe angewiesen sind.

Mit zunehmendem Alter wird uns die Zeit wieder „heilig“ und wir fragen, ob wir den richtigen oder falschen „Göttern“ nachgelaufen sind (zweites und erstes Gebot). Wir ziehen Bilanz. Was hat Bestand? Auf die Frage, was sie im Leben anders machen würden, könnten sie nochmals von vorne anfangen, sagen viele Alte: „Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt für die Liebe, für die Kinder, für die Frau, für meinen Garten, dafür, selbst geliebt zu werden,“, berichtet Seelsorger Fliege.

Wer am Lebensende trotz Schicksalsschlägen und Niederlagen spürt, dass sein Leben von einer unsichtbaren, liebenden Kraft geführt wurde, der braucht sich auch nicht vor dem Ende zu fürchten. Für ihn ist das Leben „in Ordnung“ gewesen.

 

 
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